Geschichte

Bei Schloss Dragsholm treffen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen und wir ermöglichen Erlebnisse, bei denen Natur, Gastronomie und nicht zuletzt die Geschichte zusammenklingen.

Das Schloss ist eines der ältesten Dänemarks und liegt seit über 800 Jahren in der schönen Landschaft Odsherred. Währenddessen haben hier Kriege gewütet, hat sich der Adel in der Schlosskirche verheiratet und wurden prominente Gefangene über den Schlosshof geführt. Heutzutage ist Schloss Dragsholm ein Hotel mit 34 Doppelzimmern, zwei anerkannten Restaurants, Angeboten für Gesellschaften, Kurse und Tagungen und nicht zuletzt einer Kirche für Hochzeiten und Gottesdienste. Unser ständiges Bestreben ist es, unseren Gästen ein ganzheitliches Erlebnis zu bieten, bei dem sich alle Elemente harmonisch ergänzen. Die Kunst besteht darin, die geschichtliche Authentizität und den Charakter der Umgebung zu erhalten und zu vermitteln und zugleich das Schloss und dessen Kulturgeschichte in Funktionalität und Ästhetik des 21. Jahrhundert zu überführen.

SCHLOSS DRAGSHOLM
Schloss Dragsholm gehört zu den ältesten heute noch genutzten weltlichen Bauwerken Dänemarks. Es liegt an der Sejerøbucht im südwestlichen Teil von Odsherred in Nordwest-Seeland. Eine Zeit lang wurde es Adelersborg genannt. 
Die Quellen erwähnen es 1313/1320 erstmalig als „Draugh“ und 1336 als „Draugsholm“. „Draugh“ oder „Drag“ bedeutet Landzunge und bezeichnet die schmale Landverbindung, die früher zwischen Odsherred und dem übrigen Teil der Insel Seeland bestand. Sie befand sich östlich von Dragsholm bei Dragsmølle und war etwa 200 Meter breit. Bis zur Eindeichung des Lammfjord zwischen 1873 bis 1943 war Dragsholm auf drei Seiten von Wasser umgeben (im Osten, Süden und Westen).

 

DAS URSPRÜNGLICHE DRAGSHOLM
Das ursprüngliche Dragsholm wurde noch nicht Schloss genannt, sondern „Palatium“ (lateinisch für Pfalz/Palast). Es gibt keine schriftlichen Quellen, die eine sichere Datierung ermöglichen, aber aufgrund von Spuren lässt sich ungefähr sagen, wann das älteste Dragsholm errichtet wurde. Bischof Peder Sunesen (Bischof zu Roskilde 1191-1214) ließ in einen neuerrichteten Chorgang des Doms von Roskilde dreiteilige romanische Fenster einsetzen, die von derselben Art wie das zugemauerte Fenster waren, das man am östlichen Ende der Südmauer des Schlosses sehen kann. Die Fenster von Dragsholm waren 4,60 bzw. 3,60 Meter hoch und in drei Gruppen zu je drei Fenstern aufgeteilt, wobei neben einem hohen je zwei niedrigere waren. Derartige Fenstergruppen waren zu jener Zeit keineswegs typisch für Dänemark. Daher kann man annehmen, dass der Baumeister des Chorgangs des Doms von Roskilde auch bei Dragsholm tätig gewesen sein muss. Vorsichtig geschätzt kann man sagen, dass das erste Dragsholm um 1215 errichtet worden sein muss. Das Gebäude bestand zunächst aus einem Hauptflügel im Süden mit einem großen Saal, der 22,50 Meter lang und 6 Meter hoch war. Unter dem Saal lag das Erdgeschoss mit dem Wohnbereich, Küche usw. An sonnigen Tagen kann man an der Südwand noch die Abdrücke der drei romanischen Dreifach-Fenster (also insgesamt neun) erkennen, die um die unteren beiden Reihen der heutigen Vierfachfenster verlaufen. An den Hauptflügel schloss sich im Osten ein Seitenflügel an.

 

DRAGSHOLM IN MITTELALTER UND RENAISSANCE
Im Laufe der ersten Jahrhunderte der Geschichte von Dragsholm wurde das ursprüngliche Pfalzgebäude erweitert und zu einer Festungsburg mit vier Flügeln ausgebaut. Die erwähnten Fenster wurden zugemauert und durch kleinere ersetzt. Die Wände wurden im Süden von innen verstärkt und die gesamte Burganhöhe erhielt verschiedene Verteidigungsanlagen. Auch der Burggraben wurde vertieft und verbreitert. In der nordöstlichen Ecke wurde an die bereits vorhandene Mauer ein Burgturm angebaut. Er war 32 Meter hoch bei einer Grundfläche von 10 mal 10 Metern und verfügte über etwa zwei Meter dicke Mauern. So wurde aus dem ursprünglichen Palatium allmählich eine befestigte Burg.

 

GRAFENFEHDE UND REFORMATION
Als Zeitpunkt für den Übergang zwischen Mittelalter und Renaissance wird in Dänemark häufig die Reformation von 1536 genannt. Die Reformation war in Dänemark mit einem Bürgerkrieg, der sogenannten Grafenfehde, verbunden, der etwa zwei Jahre dauerte. Der Krieg wurde schließlich von Herzog Christian (gekrönt als Christian III.) über die Lübecker unter Führung von Graf Christoph von Oldenburg und Graf Johann von Hoya (denen die „Grafenfehde“ ihren Namen verdankt) gewonnen. Dragsholm wurde ab Januar 1535 etwa vier Monate lang von den Truppen des Grafen von Hoya belagert und beschossen. Es kam jedoch nie zu einem Sturmangriff und daher war die Burg am Ende des Krieges weiterhin unter Kontrolle des Bischofs von Roskilde, Joachim Rønnow. Er wurde übrigens kurz darauf, wie alle Bischöfe des Landes, ins Gefängnis geworfen.

 

BISCHOFSBURG WIRD KÖNIGSSCHLOSS
Die Bischöfe hatten den protestantischen Herzog Christian zunächst nicht unterstützt. Als er König geworden war, führte er die Reformation ein, warf die Bischöfe ins Gefängnis und konnte mit dem konfiszierten bischöflichen Eigentum unter anderem den zweijährigen Krieg bezahlen. Unter Drohungen öffnete der damalige Lehnsmann von Dragsholm schließlich die Zugbrücke für die Truppen von Christian III. und Dragsholm fiel somit in die Hände der Krone. Damit wurde Dragsholm zu Schloss Dragsholm und als königliches Lehen verwaltet.

 

KÖNIGLICHES LEHEN UND STAATSGEFÄNGNIS
Das nunmehrige Schloss Dragsholm befand sich jedoch in recht abgenutztem Zustand und wurde in den nächsten Jahrzehnten nur notdürftig instand gehalten. Erst unter dem Lehnsmann Claus Daae (auf Dragsholm 1624-41) wurde Schloss Dragsholm in größerem Umfang renoviert. So wurde unter Leitung des Architekten Hans van Steenwinckel dem Jüngeren am restaurierten und schmaleren Ostflügel ein Erkerturm angebaut. Es dauerte jedoch nicht lange, bis Schloss Dragsholm erneut renovierungsbedürftig war. Als Eigentum der Krone wurde Schloss Dragsholm zwischen 1536 und 1664 auch als Staatsgefängnis für prominente adlige und geistliche Gefangene genutzt. Im großen Burgturm am Nordostende der Mittelalterburg wurden gesicherte Gefängniszellen eingerichtet, die abhängig von den Verbrechen der Gefangenen, ihrem Verhalten und nicht zuletzt dem Grad ihrer Gegnerschaft zum König mit unterschiedlichen Annehmlichkeiten (Toiletten) und Fenstern ausgestattet wurden. Zu den bekannteren Gefangenen auf Schloss Dragsholm gehörten der frühere Burgherr und letzte katholische Bischof von Roskilde Joachim Rønnow, der schottische Earl of Bothwell, James Hepburn, sowie der anscheinend geisteskranke Adlige Ejler Brockenhuus.

 

SCHWEDENKRIEGE
1657 brach der sogenannte Erste Karl-Gustav-Krieg aus. Der dänische König und Reichsrat glaubten, die schwedischen Truppen seien im Krieg gegen die Polen gebunden und erklärten Krieg. Dies erwies sich jedoch schnell als Fehler, denn die Schweden eroberten ganz Dänemark, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu stoßen. Der Friedensschluss gab dem schwedischen Heer das Recht, einige Monate auf Seeland zu bleiben. Da der schwedische König mit dem Friedensschluss nicht zufrieden war, kam es zum Zweiten Karl-Gustav-Krieg. Erneut gingen die Schweden daran, Dänemark zu besetzen. Nur Kopenhagen konnte ihnen standhalten. Bei dieser Besetzung wurde auch Schloss Dragsholm eingenommen. Aber es hatte anscheinend unter dem Krieg so stark gelitten, dass die schwedischen Truppen es vorzogen, auf dem zum Schloss gehörigen Gut Rødegaard in Vindekilde Quartier zu beziehen. Gleichwohl verzichteten sie nicht darauf, das Schloss beim Friedensschluss 1660 auch noch zu sprengen. Die Pulverladungen im Burgturm sprengten den gesamten oberen Teil ab und ließen die östliche Seite einstürzen. Als Folge dieser Sprengung kann man heute noch an der Innenwand der Königstreppe ein Loch sehen. Im Loch sind Teile der Festungsmauer aus dem 15. Jahrhundert und die bei der Renovierung des Schlosses im 17. Jahrhundert angebrachte Verblendmauer zu sehen. Eine Quelle aus dem Jahr 1662 schreibt über Schloss Dragsholm: „Das Schloss ist völlig zusammengebrochen, so dass nichts als einige nackte Mauern und Steine übrig sind.“

 

ABSOLUTISMUS UND KAUFMANNSBURG
Nach den Schwedenkriegen war der dänische König am Rande des Bankrotts, aber er war in Dänemark nicht der einzige. Denn auch der Adel, der gemeinsam mit dem König das Monopol auf Grundeigentum besaß, war in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die zwei Jahre andauernde Besetzung hatte den Höfen und Gütern des Adels einen hohen Tribut abverlangt. Die Kopenhagener Bürger nutzten diese Gelegenheit, um gemeinsam mit dem König die Macht des Adels zu schwächen und in Dänemark den Absolutismus einzuführen. Damit hatte der König zwar an Macht gewonnen, aber er schuldete mehreren Kopenhagener Bürgern große Geldsummen, die er sich von ihnen geliehen hatte, um die Söldnertruppen zu bezahlen, mit denen er die Kriege führte. Der Kaufmann Henrik Müller war einer der größten Gläubiger der Krone. Er erhielt 1664 Schloss Dragsholm, aber der Preis lag weit über dem tatsächlichen Wert und er geriet daher selbst in Geldschwierigkeiten. Er musste deshalb das Schloss an seinen eigenen Gläubiger, den portugiesischen Großkaufmann Manuel Teixeira aus Hamburg, verpfänden. Dieser erhielt allerdings einen noch schlechteren Preis als Müller und verkaufte es 1694 an den Adligen Frederik Christian Adeler – diesmal zu einem Preis, der etwas unter dem Wert der Ländereien lag.

 

ADELER, ADELERSBORG UND SCHLOSS DRAGSHOLM
Frederik Christian Adeler und Henriette Margrethe von Lente markierten den Abschluss des Wiederaufbaus und Umbaus des Schlosses mit Mauerankern oben am Ostflügel, die in Form ihrer Initialen und der Jahreszahl 1697 geformt waren. Beim Umbau war Adeler bestrebt, das Schloss im architektonischen Stil der Zeit als Barockgebäude wiederzuerrichten. Der Barockstil kommt zum Ausdruck in den weißgekalkten Mauern, den Walmdächern und der symmetrischen Anlage des inneren Burghofes. Unsymmetrische Anordnung der Fenster, Scheinfenster und -türen sowie der Eingangsbereich an der Nordostecke zeigen jedoch, dass man bei der Renovierung Kompromisse mit der früheren Burganlage eingehen musste. So wurde die heutige Königstreppe (Kongetrappe) im alten Burgturm angelegt. Unter dem Adeler-Geschlecht wurde Dragsholm 1784 zu einer Baronie und erhielt 1785 den Namen Adelersborg. Nachdem Adelersborg einige Jahrzehnte lang Stammhaus (Allodialgut, das an Töchter vererbt werden konnte) war, wurde es unter Lehnsbaron Georg Frederik Otto Zytphen-Adeler 1843 wieder zur Baronie. Dieser führte auch 1868 wieder die Verwendung des Namens Schloss Dragsholm ein. G. F. O. Zytphen von Adeler war sehr unternehmerisch und veranlasste unter anderem die Landgewinnung durch Eindeichen des Lammefjords (1873-1943).

 

SCHLOSS DRAGSHOLM IM 20. JAHRHUNDERT
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Ländereien von Dragsholm durch Verkäufe mehrfach wesentlich verkleinert. Mit der Aufhebung der Lehen im Jahre 1919 war aus der Baronie freies Eigentum geworden. Als 1932 Baron Frederik Georg de Falsen Zytphen-Adelers ohne Nachkommen verstarb, ging das Schloss in die Hände des dänischen Staates über, der es versteigerte Bei der Auktion erwarb Johan Frederik Bøttger 1937 Schloss Dragsholm. Er verpachtete das Schloss selbst als Hotelbetrieb und betrieb auf den zum Schloss gehörenden Ländereien Landwirtschaft. Mit Ausnahme der Zeit kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, als die deutsche Wehrmacht hier ein regionales Hauptquartier einrichtete, wird Schloss Dragsholm seither als Hotel genutzt.

2002 kaufte Inge Merete Bøttger, die eine Erbin nach J. F. Bøttger, ihrem Bruder Flemming Frederik Bøttger seinen Erbteil ab und wurde somit alleinige Eigentümerin von Schloss Dragsholm. Seitdem wurden im Schloss Dragsholm eine Reihe von Umbauarbeiten durchgeführt, u. a. um den Standard der Hotelzimmer zu verbessern. Im August 2005 wurde der Sohn von Inge Merete Bøttger, Mads Bøttger, als Hoteldirektor eingestellt. In den letzten Jahren wurden in den Nebengebäuden des Schlosses (Verwalter- und Pförtnerwohnungen) Zimmer eingerichtet und auch das Restaurant im Keller renoviert und erweitert. Nach der Neueröffnung im Juni 2006 befinden sich im Kellergeschoss auch die zweite Küche, das Gourmetrestaurant und die Rezeption. Zugleich hat man in der Küche große Bemühungen unternommen, die historischen Bezüge zum Lammefjord und zu Odsherred zu nutzen und auf den Tellern zu präsentieren. 2008/09 wurden mit finanzieller Unterstützung des A. P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal Park und Burggraben restauriert. Das regionale Wirtschaftsförderprogramm Udvikling Nordvestsjælland unterstützte gleichzeitig die Anlage und Erweiterung des Kräutergartens, der sich dort befindet, wo früher ein Barock-Ziergarten lag. Die Ländereien von Schloss Dragsholm umfassen 187 Hektar.

 

EIGENTÜMER VON SCHLOSS DRAGSHOLM
(1313-1536) Bistum Roskildel
(1536-1664) Dänische Krone
(1664-1682) Henrik Müller
(1688-1694) Manuel Texeira
(1694-1727) Frederik Christian von Adeler
(1727-1757) Christian von Lente af Adeler (Sohn)
(1757-1785) Conrad Wilhelm Adeler (Neffe)
(1785-1816) Frederik Adeler (Sohn)
(1816-1836) Bertha Moltke verh. Adeler
(1836-1878) Georg Frederik Otto Zytphen-Adeler (Ehemann der Enkeltochter)
(1878-1908) Frederik Herman Christian de Falsen Zytphen-Adeler (Sohn)
(1908-1932) Georg Frederik de Falsen Zytphen-Adeler (Sohn)
(1932-1936) Geschlecht von Zytphen-Adeler
(1936) Staatlicher Bodengesetzausschuss
(1936-1985) Johan Frederik Bøttger
(1985-2002) Flemming Frederik Bøttger / Inge Merete Bøttger
(2002-2015) Inge Merete Bøttger
(2015-) Mads Hylleholt Bøttger

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